Mittelhessen-Express mit neuem Betreiber häufiger und mit mehr Platz unterwegs

Pressemitteilung der Hessischen Landesbahn

Frankfurt, 01. Juni 2021

RMV und NVV vergeben neuen Verkehrsvertrag an Hessische Landesbahn / Fahrplanangebot wird in zwei Schritten um 24 Prozent ausgeweitet / Fabrikneue Züge mit höchstem Komfort

Mit dem neuen Verkehrsvertrag steigt die Leistung im Mittelhessennetz erheblich: Das Sitzplatzangebot in den Zügen wächst und von zahlreichen Stationen aus gibt es künftig deutlich mehr Direktfahrten nach Frankfurt. Die Ausweitungen sollen in zwei Schritten erfolgen: Zum Vertragsbeginn im Dezember 2023 wächst das Fahrtenangebot von 3,5 auf 3,9 Mio. Zugkilometer, ab Dezember 2026 erhöht sich die Leistung weiter auf 4,3 Mio. Zugkilometer im Jahr. Damit bietet der neue Verkehrsvertrag nach der zweiten Ausweitung rund 24 Prozent mehr Zugkilometer als das aktuelle Angebot.

„Wer den Klimaschutz vorantreiben will, muss die Mobilitätswende vorantreiben – deshalb wollen wir nach Corona an unsere Erfolgsgeschichte anknüpfen und schaffen die Voraussetzungen, dass noch mehr Menschen mit dem RMV fahren können. Mit dem neuen Verkehrsvertrag in Mittelhessen machen wir mit neuen Zügen, mehr Fahrten und mehr Platz das passende Angebot“, so RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat.

Künftiger Betreiber ist nach europaweiter Ausschreibung für 15 Jahre ab Dezember 2023 die HLB Hessenbahn GmbH, welche die DB Regio AG ablöst. Das Mittelhessennetz umfasst die Linien RB40 (Frankfurt – Gießen – Dillenburg), RB41 (Frankfurt – Gießen – Marburg – Schwalmstadt-Treysa) und RB49 (Hanau – Friedberg) sowie die neue Linie RB37 (Frankfurt – Gießen).

„Besonders der verbesserte Komfort und das kostenfreie WLAN wird die Fahrgäste des NVV aus Schwalmstadt-Treysa und Wiera Richtung Süd- und Mittelhessen freuen“, betont Steffen Müller, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes.

„Dieser Auftrag hat für uns eine sehr große wirtschaftliche Bedeutung, denn wir können unsere Leistungen langfristig in unserer Kernregion weiter ausbauen. Wir werden den Fahrgästen auf dieser zentralen wichtigen Verkehrsachse mit modernen Neufahrzeugen ein zuverlässiges komfortables Angebot anbieten und sind zuversichtlich, dass wir unsere Kunden mit Qualität und Kapazität überzeugen können“, erklärt Veit Salzmann, Geschäftsführer der HLB.

Von allen Stationen in Mittelhessen stündlich nach Frankfurt

Das derzeitige Linienkonzept der Linien RB40 und RB41 mit Vereinigung bzw. Trennung der Züge in Gießen wird fortgesetzt, sodass weiterhin den ganzen Tag über Direktverbindungen von allen Stationen entlang beider Linien nach Frankfurt angeboten werden. 

Die RB40/41 fährt ab Dezember 2023 weiterhin jeweils zweistündlich schnell von Gießen nach Frankfurt, wobei sie zwischen Gießen und Friedberg nur in Butzbach und Bad Nauheim hält. In den jeweils anderen Stunden ist sie mit langsameren Fahrzeiten unterwegs und bedient alle Unterwegshalte. Dieses Angebot wird mit der neuen Linie RB37 zwischen Gießen und Frankfurt ergänzt, die alle Unterwegshalte zwischen Gießen und Friedberg in den Stunden bedient, in denen die RB 40/41 schneller unterwegs ist. Ab Dezember 2026 wird durch Veränderungen im Fahrplan der Fernverkehrszüge, welche dieselben Gleise nutzen, eine bessere Sortierung der Zugfahrten möglich: Die RB40/41 verkehrt dann stündlich mit der schnellen Fahrzeit, die RB37 stündlich mit allen Halten zwischen Gießen und Friedberg.

Gegenüber dem heutigen Fahrplan bedeuten die Änderungen für Großen-Linden, Langgöns, Kirch-Göns und Ostheim tagsüber erheblich mehr Direktfahrten zum Frankfurter Hauptbahnhof. 

In der Hauptverkehrszeit wird wie bereits heute das Angebot auch künftig noch um weitere Fahrten verdichtet, um der besonders hohen Fahrgastnachfrage in dieser Zeit zu entsprechen.

Die Linie RB49 fährt künftig nur noch zwischen Hanau und Friedberg. Dort werden montags bis freitags Fahrten ergänzt, so dass dann von frühmorgens bis abends ein Halbstundentakt gilt. Zu Schülerverkehrszeiten gibt es weiterhin verlängerte Fahrten zum Schulstandort Bad Nauheim.

Mehr Platz in fabrikneuen Zügen

Auch auf fabrikneue komfortable Züge können sich Fahrgäste im Mittelhessennetz freuen. Die 32 Fahrzeuge des Typs ALSTOM Coradia Continental werden in zwei Größen beschafft und bieten pro Wagen 200 bzw. 280 Sitzplätze. Außerhalb der Hauptverkehrszeit stehen Fahrgästen bereits mit Start des Verkehrsvertrags im Dezember 2023 bis zu 560 statt 430 Sitzplätze zur Verfügung. In der nachfragestarken Hauptverkehrszeit wächst das Angebot von 705 auf 840 Sitzplätze.

Die Einstiegshöhe ist mit 60 Zentimetern so gewählt, dass der Einstieg auch von niedrigeren Bahnsteigen, die in Mittelhessen noch weit verbreitet sind, möglichst komfortabel möglich ist. Alle Fahrzeuge verfügen über einen Schiebetritt, der je nach Bahnsteighöhe als Spaltüberbrückung zum Bahnsteig oder Trittstufe dient. Für Mobilitätseingeschränkte stehen Zugangsrampen zur Verfügung. Neben einem großzügigen Mehrzweckbereich für Fahrräder, Fahrgäste mit Gepäck oder Rollstühle sind optische und akustische Fahrgastinformation, Steckdosen am Platz oder Videoüberwachung obligatorisch. Im Sinne seiner Digitalisierungsstrategie haben RMV und NVV zudem einen kostenfreien mobilen Internetzugang für Fahrgäste zur Voraussetzung gemacht. Alle neuen Fahrzeuge bieten den Kundinnen und Kunden daher kostenloses WLAN.  

Hohe Sozialstandards für die Beschäftigten

Die HLB setzt in bewährter Tarifpartnerschaft mit den Eisenbahngewerkschaften auch beim Personal im Mittelhessennetz auf hohe Standards. So haben die bisher in diesem Netz tätigen Beschäftigten die Möglichkeit, unter Wahrung tarifvertraglicher Regelungen zur HLB zu wechseln. Und auch bei der Entlohnung kommt entsprechend den Vorgaben des RMV zur Einhaltung des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes die Bedeutung der Beschäftigten als wichtigste Voraussetzung und Ressource für einen erfolgreichen Betrieb zum Ausdruck.