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Spatenstich in Eschwege-Niederhone PDF

Der Countdown bis zum Betriebsbeginn im Dezember 2009 läuft: Mit dem ersten Spatenstich am 19. September 2008 in Eschwege-Niederhone läuft die Zeit bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme der Schienenstrecke bis Eschwege-Stadt.

Eschwege-Niederhone. Alle Zeichen stehen auf Start. Mit einem feierlichen ersten Spatenstich der HLB Basis AG gemeinsam mit allen Beteiligten hat am 19. September offiziell der Bau der neuen Bahnanlagen begonnen, um die Kreisstadt Eschwege im Dezember nächsten Jahres wieder zentrumsnah an das Schienennetz in Nordhessen anzuschließen.

Für den Verkehrsminister Alois Rhiel hat der Baubeginn damit wegweisenden Charakter für die Region: "Heute ist ein guter Tag für Eschwege und den Werra-Meißner-Kreis. Die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur werden Impulse geben, die auf die gesamte Region ausstrahlen. Die Reaktivierung des Stadtbahnhofs sorgt für mehr Mobilität und das ist grundlegend für die wirtschaftliche Entwicklung", sagte Hessens Verkehrsminister Alois Rhiel, der gleich drei Förderbescheide mit Gesamtzuwendungen in Höhe von 19,9 Millionen nach Eschwege mitbrachte.

Damit wird die Reaktivierung der Bahnstrecke, der Bau eines Omnibus-bahnhofs, eines Parkhauses, einer großflächigen Überdachung und einer "Park and Ride"-Anlage ebenso gefördert wie der Bau des Empfangsge-bäudes, der Bike and Ride"-Anlage und des Bahnhofsvorplatzes ". Rhiel sagte, die Landesregierung sei fest entschlossen, die Weichen so zu stel-len, dass die Erfolgsregion Nordhessen ihren Vorsprung gegenüber den benachbarten Regionen in den angrenzenden Bundesländern weiter ausbauen könne.

Die Bauzeit ist mit insgesamt 15 Monaten veranschlagt, so dass voraus-sichtlich am 13. Dezember 2009 der erste Zug in den Stadtbahnhof Eschwege einrollen wird. Nachdem Ende August das Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium Kassel rechtskräftig wurde, liegt die Baumaßnahme sowohl zeitlich als auch finanziell im vorgegebenen Rahmen.

Um die Kreisstadt mit der Hauptstrecke von Göttingen nach Bebra zu verbinden, wird die brachliegende Strecke zwischen Eschwege-West und Eschwege-Stadt reaktiviert und eine neue Verbindungskurve in Richtung Norden gebaut.

Mit einem Kostenvolumen von rund 16 Mio. Euro wird die HLB Basis AG knapp 5 Kilometer Schiene, fünf Brücken, einen neuen Haltepunkt in Nie-derhone, einen Bahnübergang, einen Bahnhof in Eschwege-Stadt, neue Leit- und Sicherheitstechnik sowie die Elektrifizierung der Strecke bis September 2009 bauen. Die Strecke kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h befahren werden. Die Baumaßnahme wird durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gefördert, einen Teil der Kosten trägt die HLB Basis AG.

„Mit der neuen Bahnstrecke erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner von Eschwege zentrumsnah attraktive Verbindungen Richtung Kassel, Göttingen und Fulda“, so Peter Berking, Vorstand der HLB Basis AG und bedankte sich beim Land Hessen für die finanzielle Förderung.

Für den Bau der Bahnanlagen konnte ein Eschweger Unternehmen gewon-nen werden, das sich bei der europaweiten Ausschreibung in einer Bieterge-meinschaft durchgesetzt hat. Damit sorgen erneut Infrastrukturmaßnahmen für den Öffentlichen Personennahverkehr für Aufträge in der heimischen Bauindustrie, sichern und erhalten Arbeitsplätze in einem schwierigen wirtschaft-lichen Umfeld. Begonnen wird mit dem Bau von zwei neuen Brücken über die Wehre im Stadtteil Niederhone.

Ergänzt wird das Bauvorhaben der HLB Basis AG durch die Aktivitäten der Kreisstadt Eschwege: Am Haltepunkt in Niederhone wird eine Park+Ride-Anlage errichtet. Am Eschweger Stadtbahnhof entsteht ein zentraler Omni-busbahnhof, ein neues Empfangsgebäude mit integrierter Bike & Ride–Anlage und großem Bahnhofsvorplatz, ein Park & Ride-Platz sowie ein Park-haus.

All diese Maßnahmen steigern die Attraktivität des ÖPNV-Angebotes. Gleich-zeitig entstehen wesentliche Verbesserungen für den Autoverkehr durch den Umbau der problematischen Bahnhofsstraßenkreuzung zu einem Kreisel und durch den Neubau der Verbindung des Schützengrabens zur Niederhoner Straße.

Bürgermeister Zick sprach von einem zukunftsweisenden Projekt für die Kreisstadt und verwies auf die Bedeutung des Standortfaktors „Verkehr“: "Eschwege findet wieder Anschluss an das Schienennetz - 25 Jahre nach Schließung des alten Bahnhofs."

Nicht nur die neue Infrastruktur wird in und um Eschwege für eine gute An-bindung sorgen, sondern auch das Angebot auf der neuen Schiene. Der NVV verfolgt das Ziel, dass im nächsten Jahr der Bahnhof Eschwege-Stadt in jeder Stunde aus Richtung Süden und Norden mit den cantus-Zügen angefahren werden kann. Daneben strebt er einen neuen Fahrplan an, der auch gute Umsteigemöglichkeiten in Göttingen, Eichenberg und Bebra bietet, um Züge in Richtung Kassel, Hannover, Eisenach sowie Fulda und Frankfurt zu erreichen.

Infrastrukturverbesserung und Angebotsplanung gehören für den NVV un-mittelbar zusammen: „Deswegen legen wir in den nächsten Wochen die Detailplanung zum Fahrplan 2009/2010 den Landkreisen und Kommunen vor. Danach werden wir alle wichtigen Anregungen zusammentragen und für Eschwege und die Region ein gutes Ergebnis haben“, so Wolfgang Dippel, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes.

Hintergrund:
Bis heute kann die Stadt Eschwege auf der Schiene nur über den Bahnhof Eschwege-West erreicht werden. Dieser liegt etwa 5 km außerhalb des Stadtzentrums. Wer in die Innenstadt möchte, muss dort auf Busse umsteigen.

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie auch auf der Website des NVV.

 

 
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